Nahaufnahme einer in oranges Papier gewickelten Rolle Klopapier der Marke Who Gives A Crap mit englischsprachiger Aufschrift, dass es sich hierbei um die Notfall-Rolle handelt und es an der Zeit ist, wieder Klopapier nachzubestellen.

Tone-of-Voice-Beispiel: Who Gives A Crap

Kennst du die Marke Who Gives A Crap? Dahinter verbirgt sich eine australische Firma, die nachhaltiges Klopapier herstellt – und sie ROCKT ihren Tone of Voice. Who Gives A Crap ist ein perfektes Beispiel für ein Unternehmen, das ganz genau weiß, wofür es steht – und diese Firmenidentität mithilfe einer authentischen Markenstimme übermittelt, die sich durch die gesamte Firmenkommunikation zieht. Bereit für eines meiner Lieblingsbeispiele, für einen gelungenen Tone of Voice? Los geht’s!

Bevor wir starten möchte ich dir noch kurz ein paar Eckdaten zu Who Gives A Crap, gerne mit WGAC abgekürzt, geben: Das Unternehmen produziert nachhaltiges Toilettenpapier und spendet 50 % seiner Gewinne, um sanitäre Einrichtungen in Entwicklungsländern zu bauen. Die drei Gründer riefen Who Gives A Crap ins Leben, als sie erfuhren, dass rund 40 % der Menschen weltweit keinen Zugang zu vernünftigen Sanitäranlagen haben, und dass sich das stark auf die Verschmutzung des Grundwassers auswirkt. Auf ihrer Über-uns-Seite kannst du mehr dazu erfahren.

Und jetzt zum lustigen Teil: Irgendein Genie bei Who Gives A Crap hatte die geniale Idee, dass wenn sie schon im Bereich von Toiletten, Kacke und Hintern tätig sind, sie das genauso gut einfach feiern könnten! Und so wird WGAC in einer Welt, in der Klopapier eigentlich immer nur als extra weich beworben wird, zu etwas wirklich Einzigartigem. 🤩

Nur zur Info: Leider gibt es Who Gives A Crap bis dato nur auf Englisch, sodass auch die Beispiele in diesem Blogartikel nur auf Englisch sind – aber ich denke, der Tone of Voice ist trotzdem klar erkennbar. Bereit? Let’s go!

Der Name ist Programm

Okay, das klappt vielleicht nicht bei allen Unternehmen, aber wie cool ist eigentlich der Firmenname? Schon da wird bei Who Gives A Crap (auf Deutsch etwa „Wer scheißt nicht drauf?“ „Wen interessiert’s?“) ganz klar kommuniziert, wofür die Firma steht:

Turm aus 3 Rollen Klopapier von Who Gives A Crap.
  • Indem gefragt wird, wen’s interessiert, macht WGAC direkt klar, dass es SIE interessiert – und so werden die Werte des Unternehmens unmissverständlich kommuniziert.
  • Dadurch, dass im Firmennamen „crap“ (Scheiße, Kacke) statt „damn“ (verdammt: I give a damn = es ist mir nicht egal) verwenden, wird die Industrie, in der WGAC tätig ist, eindeutig referenziert: Kacke (entschuldige meine Ausdrucksweise 😉) spielt hier nunmal eine elementare Rolle, und WGAC hat keine Angst davor, das zuzugeben.
  • Der unkonventionelle Name des Unternehmens kommuniziert außerdem noch eine ganz wichtige Sache, die sich wirklich durch alles zieht, was WGAC tut: Dass sie sich selbst nicht allzu ernst nehmen.

Es ist also meiner Meinung nach wirklich keine Übertreibung, zu sagen, dass der Name absolut brillant gewählt ist. Wem auch immer das eingefallen ist – die Person verdient sowas von einem Mitarbeitsplus. 😉

Der Tone of Voice von Who Gives A Crap

Bevor wir uns ein paar Beispiele für den Tone of Voice von Who Gives A Crap anschauen, werfen wir noch kurz einen Blick auf die wichtigsten Charakteristika, die die Markenstimme des Unternehmens ausmachen: 

Eines der Mottos ist „Good for your bum. Great for the world.“ (Gut für deinen Hintern. Super für die Welt.) – und das ist wirklich überall spürbar. Denn auch wenn gerade etwas thematisiert wird, das vielleicht nicht so lustig ist, zum Beispiel die Abholzung der Wälder und wie wir sie bekämpfen können, während wir auf dem Topf sitzen, ist die Kommunikation immer mit Augenzwinkern, ehrlich und authentisch.

Who Gives A Crap spricht nie wie ein großes Unternehmen, eher wie ein:e Freund:in – mit persönlichen Anekdoten, Scherzen und Umgangssprache.

Humorvoll

Sei es nun eine E-Mail, ein Blogartikel oder ein Post auf Social Media, die Website oder das Klopapier selbst: jedes Wort, das ich bisher von Who Gives A Crap gelesen hab, hat Spaß gemacht!

Glaubst du mir nicht? Dann schau dir mal diese Beispiele an:

  • Aus hygienischen Gründen ist jede Klopapier-Rolle von WGAC einzeln in Recycling-Papier gewickelt, und dieses ist immer mit einer kurzen Nachricht bedruckt (du weißt schon, weil wir im Badezimmer alle was zum Lesen brauchen 😉). Und diese Nachrichten sind immer, wirklich immer, unterhaltsam!
  • Der Blogartikel, in dem WGAC darüber berichtet, dass auf einer der Lagerhallen jetzt Solarpanele installiert wurden heißt We convinced our landlord to spell out CRAP in solar panels (Wir haben unseren Vermieter dazu gebracht, mit Solarpanelen KACKE zu schreiben). Und tatsächlich sind die Solarpanele so angeordnet, dass sie „WE GIVE A CRAP“ (Wir scheren uns darum) ergeben. Wenn das keinen Schmunzler wert ist. 😆
Screenshot einer E-Mail von Who Gives A Crap.

Auch wenn die Themen in den E-Mails, Blogbeiträgen und Social-Media-Posts oft ernst sind, gib es auch welche, die einfach nur Spaß machen. Zum Beispiel dieser Artikel: Artikel, der 5 verschiedene Playlists oder Lieder für 5 verschiedene Klo-Situationen empfiehlt, oder dieser Post auf Instagram:

Screenshot eines Instagram-Posts von WGAC in dem die Gemeinsamkeiten von Hunden und Klos dargelegt werden – etwa, dass sie uns niemals verurteilen und immer für uns da sind.

Ehrlich und authentisch

Das ist besonders auffallend, wenn WGAC über die eigenen Firmenziele spricht. Da gibt’s keine Selbstbeweihräucherung und keine Prahlereien – stattdessen liegt der Fokus immer auf den Dingen, die dem Unternehmen am Herzen liegen. Zum Beispiel, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, und Spaß dabei zu haben. Die Kommunikation fühlt sich immer menschlich an, ist bodenständig und ehrlich.

Zum Beispiel gibt es auf Social Media wöchentlich einen Post, in dem beschissene Headlines korrigiert werden.

Oder bei Marketing-E-Mails, wo WGAC immer einen Weg findet, diese witzig und unterhaltsam zu machen. Tatsächlich gelingt ihnen das so gut, dass ich ihre Mails gar nicht als Marketing bezeichnen will, denn sie sind so gut gemacht, dass ich immer das Gefühl habe, ich krieg da was zurück!

Screenshot einer Marketing-E-Mail von WGAC, in der sie eine Rezension teilen, in der jemand das Klopapier als einfach nur „super“ bezeichnet.
Screenshot eines Instagram-Posts von WGAC, in der miese Headlines korrigiert werden.

Ein klarer Tone of Voice, der sich überall durchzieht

Wie du siehst, leistet Who Goives A Crap fantastische Arbeit, was den Tone of Voice betrifft:

  1. Er ist klar definiert und vermittelt einen guten Eindruck vom Unternehmen und dessen Werten
  2. Er zieht sich durch die gesamte Kommunikation des Unternehmens, unabhängig davon, wo diese erscheint oder wer sie verfasst hat
  3. Er passt perfekt zur visuellen Firmenidentität und beide Aspekte ergänzen sich zu einem runden Gesamtauftritt

Who Gives A Crap ist ein perfektes Beispiel für ein Unternehmen, das beim Thema Tone of Voice wirklich alles richtig macht. Alles an dieser Firma ist einzigartig, und da ist die Markenstimme keine Ausnahme.

Hat deine Firma schon einen Tone of Voice? Falls nein, helf ich dir gerne dabei, deine Markenstimme zu finden.

PS: Wenn jemand von Who Gives A Crap das liest und ihr euch dazu entscheidet, eure Inhalte auf Deutsch zu lokalisieren, meldet euch! 🤩

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